Am Stefano-Franscini-Platz an der Wolfgang-Pauli-Strasse, der Hauptverkehrsachse des Campus Hönggerberg in Zürich (ZH), soll ab 2028 ein rund 80 Meter hohes Lehr- und Forschungsgebäude mit dem Projektnamen HWS entstehen. Das hat die ETH Zürich vor wenigen Tagen mitgeteilt. Auf rund 64.000 qm Geschossfläche sind etwa 1.600 Arbeitsplätze für Mitarbeiter und knapp 1.500 für Studenten vorgesehen. Für Planung und Realisierung rechnet die Hochschule mit Kosten von rund 310 Mio. CHF. Weitere rund 140 Mio. CHF sind für spezifische Ausbauten wie Büros, Labore, Hörsäle und Gastronomie samt Mobiliar eingeplant.
Sockel, Bibliothekstrakt und Turm
Ein viergeschossiger Sockel nimmt die Höhe der Nachbarbauten auf. Darauf stehen ein kleinerer Trakt für die ETH-Bibliothek, die vom Zentrum auf den Hönggerberg umzieht, und ein 20-geschossiger Turm für das Departement Informatik. Über die untersten drei Geschosse erstreckt sich ein verglastes Forum mit Hörsälen, Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen, Gastronomie, Detailhandel sowie einem Dienstleistungszentrum. Im 19. Obergeschoss ist ein öffentliches Panoramarestaurant mit Bar und Wintergarten geplant. Westlich des Neubaus soll auf einer heute freien Fläche bei den Studentenwohnhäusern ein Landschaftspark namens «Square» angelegt werden.
Mietliegenschaften werden frei
Mit dem Zusammenzug der Informatik auf dem Hönggerberg kann die ETH nach eigenen Angaben Mietliegenschaften aufgeben und Mietkosten senken. Laut «Neue Zürcher Zeitung» ist das Departement heute auf sieben Liegenschaften verteilt, darunter die Zentrale an der Universitätsstrasse sowie Standorte an der Heinrichstrasse und an der Wasserwerkstrasse. Finanziell unterstützt wird das Projekt von der Dieter Schwarz-Stiftung des gleichnamigen Milliardärs und Lidl-Gründers; das HWS soll ein Pendant zum ETH-Campus im deutschen Heilbronn bilden.
Gesamtleisterin Losinger Marazzi
Den Zuschlag erhielt ein Team um Losinger Marazzi als Gesamtleisterin mit Itten+Brechbühl, MAK Architecture und Uniola Landschaftsarchitektur. Erstmals hat die ETH dafür eine Gesamtleisterausschreibung mit Dialog durchgeführt, bei der Architekten und Bauunternehmen das Projekt gemeinsam bis zu einem verbindlichen Angebot entwickeln. Vorgesehen ist eine Holz-Beton-Konstruktion; Erdsonden, Wärmerückgewinnung und Photovoltaik bilden das Energiekonzept.
Zeitplan und Planungsrecht
Das Baugesuch soll in der ersten Hälfte 2027 eingereicht werden, der Baustart ist für 2028 vorgesehen, die Übergabe für 2032. Planungsrechtlich kann sich die Hochschule laut «Neue Zürcher Zeitung» auf Sonderbauvorschriften stützen, die sie mit Stadt und Kanton für den Campus ausgehandelt hat und denen der Gemeinderat 2022 zustimmte. Die Ankündigung fiel, wie die Zeitung anmerkt, in die Woche, in der die Stadtzürcher Stimmberechtigten die strengeren Hochhausrichtlinien des Gemeinderats angenommen und die Variante des Stadtrats abgelehnt hatten.
Der Zürich: Losinger Marazzi plant 310 Millionen Franken teures ETH-Projekt ist von IMMOBILIEN Business .